VR-Experience: Wunderland (2023)

Location Sound, Sound Design, 3D-Audio Mix

Der neue Virtual Reality-Film des Schauspielhaus Graz, „Wunderland“, geschrieben und inszeniert von Kurdwin Ayub, feierte im Rahmen der Diagonale’23 Premiere. Im Film führt die Regisseurin Kurdwin Ayub zurück in die Kindheit, indem sie den Alltag durch die Augen eines kleinen Mädchens zeigt.

Wie klingt der Alltag eines Kindes aus dessen Perspektive am Hochstuhl, am Boden oder zwischen den schlafenden Eltern? Welche Geräusche bekommen mehr Bedeutung und was klingt für Kinder in einem Albtraum besonders bedrohlich? Beim Sound Design hatte Eli Frauscher viel Spaß diesen Fragen nach zu gehen und neue Sound Perspektiven auszuloten.

Während man in einer Höhle mit VR-Brille auf der Nase und Kopfhörern mit 3D-Sound auf den Ohren sitzt, erlebt man, wie Mama (Maresi Riegner) und Papa (Valentin Postlmayr) sich um einen kümmern. Sie sind vieles: Künstler*innen, Hipster, Millenials, nur glücklich sind sie nicht.
In der modernen Welt muss frau nicht immer ihr Leben und ihre Träume für ein Kind opfern. In „Wunderland“ ist es Papa, dessen Karriere pausiert, weil er sich zu Hause um den Nachwuchs kümmert, während Mama Erfolg hat. Das Kind geht vor. Seine Träume sind nachrangig, Streit ist vorprogrammiert. Draußen tobt ein Sturm, und in der Wohnung ist es nicht viel friedlicher. Liebe und Wut wechseln miteinander ab, bis alles in einem Albtraum kulminiert. Am Ende bleiben Mama und Papa zusammen. So, wie viele Eltern viel zu lange zusammenbleiben.

Nestroy-Preis für VR-Produktion Krasnojarsk

Tom Feichtingers 360°-Inszenierung von „Krasnojarsk: Eine Endzeitreise in 360°“ gewann am 21. November im Theater an der Wien den Nestroy-Theaterpreis 2021 in der Kategorie „Corona Spezialpreis“.
Set-Ton, Sounddesign und 3D-Audio-Mix stammen dabei von unser Sound Designerin Eli Frauscher.

Nestroy-Preis 2021: Krasnojarsk

Jurybegründung:
Das Theaterstück „Krasnojarsk“ spielt auf einer Welt, die nach einer globalen Naturkatastrophe beinahe menschenleer ist. Ein einsamer Anthropologe, der auf der Suche nach Überlebenden ist, trifft auf eine Frau; um nicht den Verstand zu verlieren, lesen die beiden einander Lebensgeschichten vor. Für das Schauspielhaus Graz hat Regisseur Tom Feichtiger das dystopische Drama von Johan Harstad als 360°-Film inszeniert – und unter den verschiedenen Theater-Substituten, die während der Covid-bedingten Lockdowns auf den Markt gekommen sind, war das eines der überzeugendsten. Erstens kam das Theater in diesem Fall nicht via Internetleitung und Computerbildschirm zum Publikum, sondern in Form einer VR-Brille, die per Fahrradbotendienst zugestellt wurde. Zweitens wirkte der so konsumierte Film viel räumlicher, konzentrierter und ja: theatraler als herkömmliches Streaming via Bildschirm.
Wolfgang Kralicek

(Un)sichtbare Geschichte. Ein Hörspaziergang durch Graz

Mit viel Liebe wurde dieser binaurale Hörspaziergang durch Graz technisch und künstlerisch von Eli umgesetzt.

TEXT UND REGIE Sebastian Klinser
TEXT UND RECHERCHEARBEIT Katrin Brehm
WEBSITEPROGRAMMIERUNG Frederick Klinser
DRAMATURGIE Elisabeth Tropper

„(Un)sichtbare Geschichte‘ führt auf vertrauten Wegen, aber einer ganz neuen Hör-Ebene, durch die Grazer Innenstadt. Ein Smartphone in der Hand und Kopfhörer im Ohr reichen aus, dass sich da plötzlich eine ganz neue Ebene in der Wahrnehmung auftut auf den schon so oft abgegangen Wegen in der Grazer Innenstadt.“ (Kleine Zeitung / kleinezeitung.at, Nina Müller, 26./27.06.2021)

„‚Beginnend beim Schauspielhaus schlendert man im eigenen Tempo durch Stadtpark und Altstadt, begleitet nicht nur von der Stimme der Erzählerin, sondern auch von lässiger Musik, anderen Stimmen sowie vielfältigen Klängen und Geräuschen, die einen vollkommen in die Erfahrung eintauchen lassen – Die binauralen Aufnahmen hören sich dabei so echt an, dass man mitunter die Kopfhörer herausnehmen möchte, um sicherzugehen, dass nicht wirklich jemand hinter einem ruft.



Der Bau

“Der Bau” von Franz Kafka ist eine virtuelle Reise durch das Schauspielhaus Graz – und war am Set und im Studio eine dreidimensionale Sounddesign-Spielwiese.

Premiere: 28. Mai 2021

MIT Florian Köhler
REGIE Elena Bakirova
BILDGESTALTUNG/SCHNITT Markus Zizenbacher 
AUSSTATTUNG Tanja Kramberger
DRAMATURGIE Elisabeth Tropper

schauspielhaus-graz.buehnen-graz.com/play-detail/der-bau/

„Der VR-Brille sei Dank: Die Franz-Kafka-Erzählung ‚Der Bau‘ führt als famose virtuelle Vorstellung durch das Innere des Schauspielhaus Graz – und gestattet es doch jedem Besucher, bei sich daheim zu bleiben. […] Donnernder Applaus allen Beteiligten.“ (Der Standard / www.derstandard.at, Ronald Pohl, 29.05.2021)

„Virtual-Reality-Brille sei dank, wird Florian Köhler mit Rundumblick durch Orte im Schauspielhaus begleitet, die für gewöhnlich verborgen bleiben. Versteckte Gänge, die stolze Drehbühne, unbenutzte Requisiten. Virtuell wird man zum lautlosen Eindringling in diesem Dachsbau eines Neurotikers. Die VR-Brille wird zum Verstärker des Wahns, zugleich zügelt die Ungreifbarkeit von Kafkas Sprache die Empathie. Am Ende der Regiearbeit von Elena Bakirova bleibt man alleine, das Klatschen verklingt ungehört. Näher kann man Kafkas Prosafigur nicht kommen.“ (Kleine Zeitung, Daniel Hadler, 30.05.2021)

Krasnojarsk: Eine Endzeitreise in 360°

“Krasnojarsk: Eine Endzeitreise in 360°” von Johan Harstad ist ein aufwändig produzierter VR-Film, der den Nestroy Corona Spezialpreis gewonnen hat. Eli hat den 3D-Sound am Set aufgenommen und im Studio in Ambisonics post-produziert.

Premiere: 12. Februar 2021

REGIE Tom Feichtinger
BILDGESTALTUNG & SCHNITT Markus Zizenbacher
AUSSTATTUNG Tanja Kramberger
DRAMATURGIE Elisabeth Tropper
MIT Katrija Lehmann, Nico Link, Frieder Langenberger

„Kaum hat man das Teil auf- und sich auf einen Drehstuhl gesetzt, fühlt man sich schon in eine andere Welt gebeamt. […] eine virtuelle Rundumrealität auf dem eigenen Bürosessel, wie aufregend ist das denn!“ (Falter, Martin Pesl, 07/2021)

„Die ‚Endzeitreise in 360°‘ ist großes Heimbrillenkino. […] Die künstlich erzeugte Realität bietet das Immersionserlebnis schlechthin: einzutauchen in das Geschehen, in die Landschaft, in den virtuellen und doch so lebensecht wirkenden Raum. […].“ (Süddeutsche Zeitung / sueddeutsche.de, Christine Dössel, 16./17.02.2021)

„Spektakuläre Bildüberblendungen und das noch völlig ungewohnte Erlebnis von 360-Grad-Filmen, in denen man die Perspektive selbst wählen kann, machen ‚Krasnojarsk‘ zu einem aufregenden Erlebnis – und das zu Hause im Bürostuhl.“ (deutschlandfunkkultur.de, Martin Thomas Pesl, 12.02.2021)„Eine totale Erfahrung. […] Die 360°-Sicht und Surround-Ton erzeugen Suspense. Das Gras, die muffige Luft in verlassenen Scheunen reichen bis zur eigenen Nasenspitze heran. Die Bilder überlagern sich: Zeiten, Fantasien legen sich wie Vorstellungen über die Szenen – analog zu dem aus monologischen Modulen bestehenden Text.“ (Der Standard / derstandard.at, Margarete Affenzeller, 12./13.02.2021)